Pfarrer im Kirchspiel Amönau

zur vorreformatorischen Zeit
Zeit Jahre Aufzählung Namen und Beschreibungen
       
1329 - 1342 13   Eckhard von Hohenfels
als ältester bekannter Pfarrer
Um 1464     Ludwig von Linzingen
1464 - 1494 30   Johann Scheibe aus Wetter
Ab 1494     Johann Snelle aus Kirchhain

zur nachreformatorischen Zeit
Zeit Jahre Aufzählung Namen und Beschreibungen
       
1527-1556 29 1. Pfarrer Leonard Wilhelmi aus Treisbach. Während seiner Amtszeit wurde 1554 ein neues Pfarrhaus gekauft
1556-1567 11 2. Pfarrer Georg Althaus. Er war Sohn des früheren kath. Priors von Wiesenfeld, der gleichzeitig Pfarrer des Christenbergs war.
1568-1579 11 3. Pfarrer Ebert (Eberhard) Wasmundus (Wasmund) von Wetter
1579-1614 35 4. Pfarrer Christoph Huber. Er war Gesinnungsgenosse des calvinistischen F.Mylius von Wetter. Die Gemeinde Amönau führte 1611 Beschwerde über Hubers Predikten. Während seiner Amtszeit kam es zum Hexenprozess „die Zaubersche“. Er starb 1614
1614-1624 10 5. Pfarrer Rupertus Beisenhirtz war Reformierter. Bei Wiedereinführung des lutherischen Bekenntnisses wurde er entlassen.
1624 ½ 6. Pfarrer Magister Abrahamus Schlesinger. Er unterzeichnete im Juni 1624 den lutherischen Revers (schriftliche Verpflichtung), erhielt aber schon im August die Pfarrei Niederweidbach im Amt Königsberg

1624-1639

 

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15 7. Pfarrer Wilhelm Euchenius, er führte das lutherische Bekenntnis wieder ein und es wird berichtet, dass sich die Bevölkerung Amönaus unter allen Dörfern des Amtes Wetter durch Fluchen, Hurerei und Ehebruch auszeichnete. Der Pfarrer wurde in Wirtshäusern öffentlich beschimpft. Er musste viele Widerwärtigkeiten mit der Herrschaft derer von Bodenhausen erleben. Das Gesinde auf dem adligen Hof pflegte an Sonntagen und Bettagen Hasenjagd zu halten und entzog sich allezeit der Kirchenbuße.

1635 kam über Warzenbach die Pest. Im Kirchspiel starben 202 Personen. Leichenpredigten konnten wegen der Raubzüge und Plünderungen der niederhessischen Truppen nicht gehalten werden. Dem Hans Gnaw (andere Schreibweise Knaw – Wetschers Hof), er war Kirchenältester, starben damals von seinen 7 Kindern 4

1639-1647 8 8. Pfarrer Magister Balthasar Hampel erlebte viel Not und Drangsal. 1640 war man das ganze Jahr über entweder mit Kriegsvolk beladen oder auf der Flucht gewesen. Die Kaiserlichen verbrannten auf dem Pfarrhof Schweinestall und Grummetbau.
1648-1656 8 9. Pfarrer Magister Anton Ludwig Beisenhirtz, 1656 verstorben
1656-1699 33 10. Pfarrer Heiderich Henneman war zuerst Pfarrer in Usseln. Diese Pfarrei verließ er wegen der Hungersnot. Er starb mit 81 Jahren in 1699
1699-1703 4 11. Pfarrer Johann Adam Milchsack. Er war bis zum Tod von Heiderich Hennemann sein Gehilfe und Schwiegersohn. Er starb im Jahre 1703
1704-1717 13 12. Pfarrer Johannes Kahler aus Wollmar. Er starb 1717
1717-1738 21 13. Pfarrer Johann Georg Happel aus Rosenthal. Er ging im November 1738 nach Münchhausen.

1738-1750

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12 14. Pfarrer Magister Johann Reinhard Junk aus Wetzlar wurde am monatlichen Bettag, dem 12. November 1738 in sein Amt eingeführt, ohne dass die Gemeinde gehört worden war. Sämtliche Gemeindemitglieder protestierten. Alle Petenten (Bittsteller) wurden jedoch abgewiesen und mit 5 Gulden bestraft.
1751-1786 35 15. Pfarrer Friedrich Ludwig Sold. Er wurde 71 Jahre alt und hatte 17 Kinder. 12 überlebten und beweinten den Tod ihres Vaters.
1786-1849 63 16. Pfarrer Georg Ludwig Soldan war seit 1784 Adjunkt (Amtsgehilfe) seines Vaters und Amtsvorgängers. Während seiner Amtszeit entspann sich der Orgelstreit 1834/35 (siehe auch Geschichte Teil II)
1849- 1853 4 17. Pfarrer Eduard Soldau war seit 1836 der Gehilfe seines Vaters Georg Ludwig Soldau. 1853 wurde er nach Treisbach versetzt durch Denunziation des Bürgermeisters von Amönau

Dieser war sein Gegner. Bürgermeister Brössel aus dem „Pitzewirtshof“ wurde wegen seines unstatthaften Benehmens zu einer Disziplinar-strafe von 5 Talern verurteilt

1853- 1859 6 18. Pfarrer Philipp Flügel hatte 11 Kinder. Die fleißige Pfarrersfrau soll mit ihren Töchtern nach der Sitte und im Sinne der damaligen Zeit fleißig auf dem Felde mitgeholfen haben. Das Pfarrgut hat damals eine Ausdehnung von 20 ha. Philipp Flügel starb im Jahre 1859.

1859-1877

 

 

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18 19. Pfarrer Johann Jakob Schönhals war der Sohn des Lehrers Georg Schönhals und der Anna Barbara Rauh. Am 20.01.1801 wurde er in Großseelheim geboren. Seine Ausbildung absolvierte er in Marburg. Immatrikulation am 18.03.1819. Am 18.03.1825 1. Examen. Bis 1937 Past.extr. in Marburg. Am 21.03.1837 Pfarrer in Hassenhausen. Am 16.10.1859 in Amönau eingeführt. Er hatte viel Ärger mit den Irvingianern und seit 1874 auch mit den Altlutheranern und Renitenten durch Pfarrer Grose in Wetter und Pfarrer Schedtler in Dreihausen. 1883 gehören in Warzenbach 12 Erwachsene und 3 Kinder zu den Renitenten. Seit dem 24.10.1875 hatte er sich wegen seiner Krankheit einen Gehilfen geholt, seinen späteren Nachfolger Helwig Pausch aus Erksdorf.1877 zog er mit seiner Familie nach Barchfeld, wo er am 10.12.1877 verstarb. Während seiner Amtszeit wurden die Einwohner von Warzenbach gezählt:

Männl. Weibl. Gesamt

Unter 14 Jahre

87 69 156

Über 14 Jahre

142 159 301

229 228 457

1878-1905 27 20. Pfarrer Helwig Pausch aus Erksdorf starb bereits mit 55 Jahren. Während seiner Amtszeit wurde der Kirchhof um die Kirche in Amönau geschlossen. Die Toten von Amönau wurden auf dem neuen Friedhof in Richtung Todenhausen beerdigt, die von Oberndorf am Ortseingang aus Richtung Amönau gesehen. 1893 herrschte eine große Dürre. Es musste viel Vieh notgeschlachtet werden.
1905-1906 1 21. Pfarrer Friedrich Althainz aus Kirchhain. Er wurde 1848 geboren und ließ sich im Oktober 1906 pensionieren, denn er litt an zunehmender Gedächtnisschwäche. Die infolge der langwierigen Krankheit seines Amtsvorgängers lückenhaft gebliebene Führung der Kirchenbücher und der Kirchenkasse bereitete ihm mancherlei Arbeit und Aufregung.
1906-1937 31 22. Pfarrer Ludwig Kraft aus Oberschönau im Kreis Schmalkalden. Von älteren Bewohnern ist sein Wahlspruch überliefert:

„Ich heiße Kraft und ich beweise Kraft!“

1922/23 wurde eine Trennung des Schul- und Küsteramtes durchgeführt. Anlaß war der Tod des im Juni 1922 verstorbenen Kalkanten (Orgelbalgtreters), Ortsdieners, Totenbeschauers und letztem Nachtwächter von Amönau, Johann Heinrich Theis.

1938-1950

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12 23. Pfarrer Hermann Albert Fokken. 1945 flutete ein Flüchtlingsstrom von ausländischen Rüstungsarbeitern durch das Dorf. Am 28. März 1945 gleichfalls zurückweichende deutsche Soldaten in Richtung Osten. Einen Tag später war der erste amerikanische Panzer in Todenhausen.
1950-1980 30 24. Pfarrer Eduard Junghans, geboren 1913 in Görlitz. Er war ein aufgeschlossener und weltoffener Pfarrer, als er nach Amönau kam. Seine sportlichen Qualitäten wollte er in Amönau unter Beweis stellen. Das wußten jedoch die konservativen Kirchenältesten zu verhindern.

Er hatte mit seiner Ehefrau 5 Kinder. Eduard Junghans wurde 1980 pensioniert und lebte seitdem in Kassel. Hier starb er im Jahre 1999

1981-1982   War die Pfarrstelle vakant
1983-1990 7 25. Pfarrer Peter Laucht wurde nach 7-jähriger Tätigkeit in Amönau als Dekan nach Gelnhausen berufen. Einige Zeit später wurde er persönlicher Referent des Bischofs in Kassel. Seit 1997 Dekan in Bad Wildungen. Er ist verheiratet mit Pfarrerin Lydia Laucht
1990-1994 4 26. Pfarrer Dr. Eberhard Stock. War bereits in den Jahren 1985 und 1986 Vikar im Kirchspiel, bevor er 1990 in sein Amt eingeführt wurde. Er erhielt einen Lehrauftrag an der Universität und gab deshalb seine Pfarrstelle in Amönau auf. Seit 2001 Oberlandesdirektor in Kassel. Verheiratet, 2 Kinder 
1994-   27. Pfarrer Norbert Janker. Wurde 1957 in Goßfelden geboren,  Seine erste Pfarrstelle hatte er in Odershausen bei Bad Wildungen. Die Amtseinführung in Amönau übernahm die Pröbstin Elisabeth Schönborn

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