Sehenswertes

Dieser Bildband von Heinz Aßmann und Ludwig Ronzheimer erschien im Jahre 1988 aus Anlass einer 980-Jahr Feier. Gezeigt wird das Dorfbild im Wandel der Jahre. Die ältesten Aufnahmen sind noch vor 1900 entstanden. Er soll einen Quer- schnitt des Dorflebens darstellen, angefangen von Dorfansichten, über die Bewohner des Dorfes, einigen Originalen, über die Pfarrer zu einigen Schullehrern und zu den Vereinen. Gezeigt werden Bräuche und Trachten und das nicht leichte Leben auf dem Lande. sei es in der Landwirtschaft, im Holzwald oder im Pflanzgarten. Viel Zeit, eine Vielzahl von Gesprächen und große Kosten wurden in die Sammlung der Reproduktionen gesteckt, die heute mehr als 400 Dias von alten Dorfansichten darstellt. So manches Zigarren- kistchen wurde vom Boden oder aus Schränken geholt und so manche erklärenden Worte zu den einzelnen Bildern hörte ich mir sehr gerne an, manchmal zum Leidwesen meiner Familie.

Erhältlich bei Heinz Aßmann, für 12,50 €
Zur Zeit ist ein Familienband in Arbeit, der die Häuser Amönaus und ihre Familien beschreibt.


Die Kirche, das Lusthäuschen und der Gutshof (im Hintergrund), am "Deutschen Eck", dem Zusammenfluss der Bäche Asphe und Treisbach.

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Die Gerichtslinde in Amönau

Linde im Frost

Blick aufs Dorf 

Hat die Linde etwas Interessantes, was andere Linden nicht haben?

Die Lage der Linde ist außerordentlich schön. Exponiert auf einem Hügel über dem Dorf Amönau. Die Linde hat an ihrer Rückseite im Stamm ein „mannsgroßes Loch“. Dieses rührt noch von einem Blitzeinschlag im Jahre 1954 her. In der Folge entstanden Faulstellen im Stamm, die nach und nach diesen Stamm aushöhlten. Diese Faulstellen wurden allmählich eine Bedrohung für den Baum und so entschloß man sich im Jahre 1984 zur Restauration des Baumes. Mit finanzieller Hilfe des Kreises und des Heimatvereines Amönau, hinzu kamen Spenden aus dem Dorf, machte man sich an die Arbeit. Nach etwa einer Woche war die Arbeit getan. Die Faulstellen waren entfernt. In dem Loch, wo ständig das Wasser stand, war eine Drainage gelegt und totes Astwerk wurde aus der Krone genommen. Der Baumrestaurator war vom Habitus der Linde begeistert. Für ihn ist diese Linde der schönste Baum Hessens.

Wie alt ist die Linde?

Die Linde ist etwa zwischen 300 und 350 Jahre alt.

Es gibt zwei Versionen über ihre Anpflanzung. Zum einen wurden solche Linden am Ende des 30-jährigen Krieges gepflanzt, weil man dankbar war, die Schrecken des jahrzehntelangen Krieges überstanden zu haben. So könnte man annehmen, die Linde sei etwa 1650 gepflanzt worden.

Eine andere Version, wahrscheinlich die, die der Begebenheit am nächsten kommt, ist die Pflanzung durch die Familie von Baumbach, auf deren Grundstück die Linde auch heute noch steht. Familie von Baumbach kam im Jahre 1711 von ihrem Stammsitz, der Burg Tannenberg bei Nentershausen, nach Amönau. Es liegt nahe, daß sie zu diesem „Umzug“ die Linde auf dem Hügel pflanzte.

Wurde die Linde einmal urkundlich erwähnt?

In der Chronik der Gemeinde Amönau wurde sie zusammen mit dem Gutshof und dem Lusthäuschen erwähnt. Allerdings nicht urkundlich sondern in der Dorfchronik. Diese Dorfchronik wurde in den 50-er Jahren durch den damaligen Schulleiter der Schule in Amönau überarbeitet. Er war es auch, der der Linde ihren Namen „Gerichtslinde“ gab. In Wirklichkeit war sie aber nie eine Linde gewesen, unter der Gericht gehalten wurde, obwohl noch bis in die 50-er Jahre unter der Linde eine Sandsteinbank und ein Sandsteintisch standen. Urkundlich belegbarer Gerichtsort für die Gemeinden Amönau. Treisbach und Warzenbach war das Gericht Bannebach, zwischen den Orten Warzenbach und Treisbach. Das Dorf wurde eine Wüstung.

Zur Belebung des Fremdenverkehrs, der anfangs der 60-er Jahre in Amönau einen gewaltigen Aufschwung nahm, erfand Herr Klingelhöfer die „sagenhafte“ Gerichtslinde.

Sie wurde in den 50-er Jahren als Naturdenkmal in den Katalog des Landkreises aufgenommen und steht seit dieser Zeit unter Natur- und Denkmalschutz.

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Wie groß ist die Gerichtslinde?

Die Linde hat einen Stammumfang von 4,95 m
und eine Wuchshöhe von 30 m.

Das Dukatenhaus
mitten im Dorf an der Hauptstrasse gelegen, birgt hinter seiner schönen Fachwerkfassade eine dramatische Geschichte:

Ein Familiendrama in Amönau

Ein alter Fachwerkbau in der Amönauer Talstrasse sorgt bereits seit Jahrhunderten für Gesprächsstoff im Ort. Vor allem an den langen Winterabenden lebt die Sage vom Dukatenhaus wieder auf. Am „warmen Ofen“ erzählen die Großeltern ihren Kindern und Enkeln die schaurige Geschichte:

Während des Dreißigjährigen Krieges zogen auch aus Amönau zahlreiche Männer an die Front. Wüst ging es im Lande zu; viele verloren ihr Leben, andere ihr Vermögen.

Gegen Kriegsende baten zwei Soldaten im Haus an der Talstrasse 7 um ein Nachtlager. Da sie keinen seriösen Eindruck machten, erkundigten sich die Besitzer zunächst einmal nach Geld. Stolz präsentierten sie einen Sack voller Dukaten. Die Schlafstätte war für einen gesichert, da man nur ein Zimmer vermieten konnte. Der andere schlief bei Herbergseltern im benachbarten Oberndorf.

In der Nacht passierte es dann:

Die Gastgeber, ein älteres Ehepaar, übergossen den Jüngling, der die Dukaten aufbewahrte, mit heißem Öl und stahlen die Münzen.

Sein Freund, der ihn am nächsten Morgen abholen wollte, bemerkte den Raubmord und stellte das Ehepaar zur Rede. Dabei erklärte er den beiden, dass sie ihren eigenen Sohn umgebracht hätten.

Daraufhin sprang die Mutter in einen Brunnen und der Vater erhängte sich in der Scheune.

Ob sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen hat, weiß niemand genau. Doch die Sage ist nach wie vor in aller Munde. Das schmucke Fachwerkhaus zieren auch heute noch die Golddukaten in den Eckbalken und erinnern so an das Familiendrama.


Das Lusthäuschen, gleich neben der Kirche, im Garten des Gutshofes gelegen.

Für das Märchen Rapunzel der Gebrüder Grimm hat es Otto Ubbelohde illustriert. Und heute ist es der Schauplatz für die Theateraufführung des Märchens durch die Amönauer.

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Blick auf Amönau 2008
Ein Blick über das Dorf Amönau von der "Koppe" aus in Richtung Kirche im Jahre 2008.


Eine Ansicht des Dorfzentrums aus dem zeitigen Frühjahr:
Kirche, Gutshof und Lusthäuschen


Die Alte Schule

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Diese wunderschöne Steinbrücke fiel Ende der 50-er Jahre der Regulierung des Bachlaufes zum Opfer. Sie war zwar durch ihre Erhöhung kaum befahrbar, aber mit ihren 4 Kastanienbäumen prägte sie das Ortsbild ganz entscheidend mit. Ihren Namen hat sie übrigens von einem Anwohner linksseitig, der Familie "Rotwirts". Heute lebt in dem Haus die Familie Heinrich und Marlies Mankel, der Name Rotwirts bleibt allerdings im Dorf erhalten.

Im Rahmen der Dorferneuerung entstand der Gedanke, die marode Brücke von der "Fugergasse" in Richtung der Strasse "Am Bach" zu erneuern. Verantwortlicher Planer war Dipl. Ing. Dieter Böttcher vom Statik- und Ingenieurbüro Böttcher in Amönau. Sein Sohn Marc übernahm die statische Berechung und konstruktive Gestaltung..


v. links: Kurt Muth, Marc Böttcher, Heinrich Mankel, Werner Gratzke, Dieter Böttcher, Heinz Aßmann und Martin Ronzheimer

Der Heimatverein hatte zuletzt die Aufgabe, die Bohlen zu montieren. An einem schönen Herbsttag des Jahres 2000 war die Brücke schließlich begehbar. Stolz präsentierten sich die Planer und die Helfer vom Heimatverein der Fotografin.

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