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71 Mitglieder aus Amönau und Umgebung. Entstanden aus
kulturellen Aktivitäten beim Abschluss der Dorferneuerung und
der sehr erfolgreichen Aufführung eines musikalischen
Märchens: „Rapunzel“
Zweck des Vereins ist die Förderung und Durchführung
kultureller Projekte aus den Bereichen Theater, Musik, Literatur,
bildende Kunst und Tanz sowie aller sonstigen Aktivitäten, die
diesen Zielen förderlich sind. Durch Spende von 10000 Euro
Verbindung zu Flutopfergemeinde Zschadraß an der Mulde.
Vielfältige Kontakte zu Vereinen und Institutionen in der
Gemeinde Zschadraß auch noch heute. Freundschaften
entstanden.
Die
Aufführungen des musikalischen Märchens Rapunzel
wirken auch heute noch nach und folglich lag es nahe, diese Wirkung
sinnvoll mit neuem Leben auszufüllen. Alle Akteure hatten
versprochen, auch bei künftigen Vorhaben dabei zu sein und so
fand man sich zusammen, um am 07. Mai 2001 einen neuen Verein zu
gründen.
Turmwerkstatt - Kultur im Dorf, so kürte
man den neuen Verein.
Aus dem Turm, dem Rapunzelturm, kam die Bewegung,
Werkstatt indiziert Ideenreichtum, Schaffenskraft und
Kreativität.
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Wer Lust hat mitzumachen, kann sich an folgende
Adressen wenden:
1. Kurt Muth, Tel. (06423) 3711
eMail: turmwerkstatt-amoenau@kurtmuth.de
2. Heinz Aßmann, Tel: (0 64 23) 92 69 43
eMail: Heinz.Assmann@t-online.de

Fast die ganze Truppe bei der Probe zur Aufführung des Musicals Ciella aus den Wolken im Mai 2006
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Chronik des Vereins Turmwerkstatt – Kultur im Dorf
Im Jahre 2000 wurde ein Fest zum Ende der erfolgreichen
Dorferneuerung in Amönau organisiert. Neben einem ausgefüllten Wochenende im
Festzelt mit vielen Veranstaltungen, auch für Kinder, hatte man von seiten des
Ortsbeirates und insbesondere dem Einfall des Ortsvorsteher Ludwig Ronzheimer
beschlossen, das Märchen Rapunzel noch einmal am „Originalschauplatz“ am
Rapunzelhäuschen in Amönau aufzuführen. Bereits im Jahre 1988 hatte die
Grundschule Amönau unter der Federführung von Schulleiter Wolfgang Vajen das
Märchen dramaturgisch bearbeitet und in enger Anlehnung an den Originaltext des
Märchens der Brüder Grimm, die Handlung aufgeführt. (Bild Rapunzel 1988)
Damals waren die Zuschauer zwar angetan von der Aufführung,
aber Ludwig Ronzheimer dachte an eine Regisseurin aus Wetter, die erst kürzlich
in Mellnau auf der Burg kreativ ein Werk in Szene gesetzt hatte, Brunhilde Heß
aus Wetter. Zusammen mit Eckhardt Scherer sollte sie für Amönau das Märchen
Rapunzel neu inszenieren. Es sei vorweggenommen, die beiden schafften das mit
Bravour. Monatelange Planungen, Schreibarbeiten, ständige Neuerungen und
Änderungen bestimmten von den ersten Gedanken bis zur ersten Aufführung den
weiteren Ablauf des Handelns der Verantwortlichen. Abschlussfest der
Dorferneuerung, Kommissionen, die das Dorf besichtigten, Pressearbeit und
Proben, sowie Kartenvorverkauf bestimmten den Alltag. Zur Premiere des Stückes,
welches erst um 21.00 Uhr begann, aus Gründen der Lichteffekte des Werkes,
kamen rund 300 Zuschauer. Durch die hervorragende Pressedarstellung und „Mund
zu Mund Propaganda“ wurden es von Abend zu Abend mehr Zuschauer, bis
schließlich die Einlassgrenze von 700 Zuschauern erreicht war. Alle waren begeistert und ob des Aufwandes
fragte so mancher nach einer Verlängerung der Aufführungen.
Irgendwann aber waren die Beteiligten „ausgelaugt“ und sechs
Aufführungen waren auch genug. Schon bald war das „Loch“ merkbar, in das man
nach den Aufführungen fiel und man fragte sich: war das alles? Nein das konnte
es doch nicht gewesen sein, das muss doch eine Fortsetzung haben, vielleicht in
zwei Jahren. Lag die finanzielle und organisatorische Verantwortung zu dieser
Zeit noch beim Ortsbeirat und dem Heimatverein, suchte man jetzt nach Wegen,
eine Selbstständigkeit zu erreichen. Einige sprachen sich für eine Gruppierung
im Heimatverein aus, die Mehrheit wollte jedoch einen eigenständigen Verein
gründen. Nach mehreren Treffen, die ohne greifbare Ergebnisse verliefen und
einer nicht leichten Suche nach einem geeigneten Vorstand, erklärten sich
schließlich Regina Wabnegg, die eine Rolle als Zauberin in dem Rapunzelmusical
übernommen hatte, Petra Feußner, die gleichfalls als Mutter von Rapunzel
mitspielte, Heinz Aßmann, der den organisatorischen Part weitgehend übernommen
hatte und Doris Ronzheimer, die auch bei Rapunzel für die Finanzen mit verantwortlich war, bereit einen Vorstand zu
bilden. Der Verein sollte Turmwerkstatt (nach dem Rapunzelhäuschen und dessen
Turm aus dem die Ideen sprudeln sollten) – Kultur im Dorf, genannt werden.
Hinzu kamen noch stellvertretende Kassiererinnen und Beisitzer/Innen,
namentlich Indra Müller, Helke Bender, .... Keutner , Elmar Brathe und Betty
Brinkmann. Eigens zur ersten öffentlichen Präsentation im Bürgerhaus im Jahre 2001
hatten Brunhilde Heß (Bruno) und Eckhardt Scherer (Ecki) erneut eine Handlung
unter dem Titel „ Ein Verein stellt sich vor“ auf die Bühne gebracht.
Spielszenen wurden ergänzt durch Musik aus Eckis Feder und Studio. Der Verein
konstituierte sich und wurde eingetragener gemeinnütziger Verein in Amönau. Man
nahm sich vor, im Rhythmus von 2 Jahren eine Aufführung auf die Bühne zu
bringen. Ein zweites Mal wurde das erfolgreiche Duo „Bruno und Ecki“ gefragt,
ob sich sich ein weiteres Musical in Amönau vorstellen könnten. Sie konnten und
Bruno sagte später: „ da stand ich so am Treisbach und schaute auf das Gelände
am Zusammenfluss der beiden Bäche und mir kam die Inspiration zum neuen Stück.
Aus dem keltischen entnahm sie den Namen der Titelfigur „Suaine – die
Wasserfrau“. Suaine stand für „die Grüne“. Und alles begann von vorne. Drehbuch
schreiben, Musik komponieren, Kostüme entwerfen und schneidern. Proben, proben
und nochmals proben. Im Dorfgemeinschaftshaus und am Spielort. Tierdressur von
Schafen und Gänsen.
Technik in den Bachlauf bauen, Tribünenbau für die Zuschauer
auf der gegenüberliegenden Straße Am Bach, Beleuchtungsmasten errichten,
Beleuchtung installieren, Riesengestelle für 3 schreckliche Gestalten
herstellen, natürlich mobil. Pressearbeit und und und... Dann war es so weit,
Premiereabend nach unendlich vielen Proben. Wieder strömten die Zuschauer nach
Amönau. Jetzt hatte man schon einen Namen in der Umgebung und der sollte auch
erhalten bleiben. Die Tribüne wurde während der Veranstaltungen mehrfach
ergänzt und erweitert durch mobile Teile. Schließlich waren bis 800 und mehr
Zuschauer an einem Abend zu Gast. Es war einfach unglaublich, was bei diesem
Umweltmusical dem Zuschauer geboten wurde, eine tolle Handlung am Bach, eine
Musik mit dem Bach und an dem Bach, tolle Lichteffekte und Spiegelungen im
aufgestauten Wasser, dazu Fontänen und sprudelndes, wildes Wasser. Durch die
Ausbeutung der Natur schlug die Natur zurück. Was hier ein Musical und Spiel
war, wurde im Osten unseres wieder vereinigten Landes zur schrecklichen
Wirklichkeit. Wildes Wasser an Mulde und Elbe wurde für die Anwohner der Flüsse
zum Alptraum. Die Vereinsmitglieder beschlossen zu helfen. Eine
Benefizveranstaltung wurde für den Mittwoch zwischen den Aufführungswochenenden
eingebaut und auch die wurde zum Riesenerfolg. Sponsorengelder ergänzten die
abendlichen Einnahmen auf 10000 Euro.
Mit der Unterstützung des Hessenreporters Jochen Schmidt aus Marburg und
dem ZDF- Sendestudios in Dresden fand
Heinz Aßmann das so genannte „vergessene Dorf“ Zschadraß an der Mulde. Das ZDF
hatte kurz vorher von Dörfern in den betroffenen Gebieten berichtet, die von
Spendengeldern nicht erreicht und deswegen vergessen wurden. Hier nach
Zschadraß und seinem agilen Bürgermeister Matthias Schmiedel führte der Weg der Vorstandsmitglieder und anderer
Vereinsmitglieder, begleitet von einem Fernsehteam der Hessenschau. Reise,
Aufnahme vor Ort und Aufenthalt werden unvergessen bleiben, nicht nur weil die
Hessenschau am 21. November 2002 über das ganze Unternehmen einen halbstündigen
Beitrag brachte. Nein, man fand neue Freunde und die Sendung wurde auch
entsprechend unter dem Titel „Katastrophenfreundschaft“ gesendet. Besuchen folgten Gegenbesuche und noch heute
besuchen sich einzelne Vereinsmitglieder und Bürger aus Zschadraß. Im Jahre
2003 erhielt der Verein, als erster Verein in Amönau überhaupt, den höchsten
Kulturpreis, den der Landkreis Marburg-Biedenkopf vergeben kann, den
Otto-Ubbelohde-Preis. Anerkenntnis für hervorragende kulturelle und soziale Arbeit
in der kurzen Geschichte des jungen Vereins. Die feierliche Vergabe und
Auszeichnung wurde in der Lahnfelshalle in Goßfelden durch Landrat Robert
Fischbach vollzogen. Hatte Suaine die Umwelt und deren Ausbeutung durch die
Menschen zum Inhalt, war es bei dem in 2004 folgendem Musical das Thema „fremd
sein“. Es war ein Katzenmusical, wurde von Bruno und Ecki erarbeitet und von
beiden „Los Banditos“ benannt. Erneut
wurden Riesenanstrengungen unternommen, nicht nur, weil die Anzahl der
Schauspieler und die Zahl der unmittelbar Beteiligten anstieg, auch die Bühne
wurde aufwendiger gestaltet und die Technik hatte gleichzeitig einen gehobenen
Anspruch. Man kann es sich bereits vorstellen, das neue Musical wurde in 2004
wiederum ein Riesenerfolg. Die Songs von Ecki wurden in Kindergärten, Schulen
und vielen Haushalten gesungen. Die vereinsinterne Verbundenheit und
Geselligkeit sollte nicht zu kurz kommen. Neben Rad- und Wandertouren in der
heimischen Umgebung wurden vom Vereinsvorstand eine Mehrtagesfahrt in das Elsaß
angeboten und ein Spiel- und Campingwochenende am Niederwalder See
veranstaltet. Für die Kids des Dorfes richtete man kleine Spielfeste aus und
Spunk war mit seinen Kinderliedern zu Gast in Amönau. Das vierte Musical der
Turmwerkstatt wurde 2006 aufgeführt. Und erneut waren es Bruno und Ecki, die
viel Herzblut in ihr Werk investierten. Musikalisch kann man durchaus von einer
Höchstleistung der Ausführenden sprechen. Was in „Ciella aus den Wolken“
geboten wurde, konnte mit jeder professionellen Musicalaufführung konkurrieren.
Mit einer satirischen und musikalischen
Darbietung wurde das Leben in einer kleinen Stadt dargestellt, in der sich „nix
tut“ bis der verträumte Sohn eines Pizzeriainhabers seine Ciella in die Stadt
bringt und damit das gesellschaftliche Leben auf den Kopf stellt. Nur eine
Vorstellung fiel dem Regen zum Opfer, ansonsten hatten die Amönauer das schon
fast legendäre Glück mit dem Wetter. Bereits einen Tag nach der letzten
Aufführung fing es an zu regnen und hörte im gesamten August 2006 nicht mehr
auf, dazu wurde es richtig kalt.
Heute gehören dem Vorstand folgende Mitglieder/Innen an:
Kurt
Muth und Peter Bender als Vorsitzender und Stellvertreter,
Bernhard Formella als Kassierer und Bernd Dersch als 2. Kassierer,
Heinz
Aßmann und Jürgen Kalinna kümmern sich um den
Schriftverkehr und die
Öffentlichkeitsarbeit, hinzu kommen als Beisitzer/Innen: Jana
Scherer, Helke
Bender, Christa Diehl, Waltraud Mews, Ottmar Wabnegg und Willi
Theis.

v.l.
Regina Wabnegg und Petra Feußner, die beide auf eigenen Wunsch
ausschieden, Heinz Aßmann, Bernd Dersch, Jürgen Kalinna,
Kurt Muth (neuer Vorsitzender) Bernd Formella und Peter Bender (2.
Vorsitzender)
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